Erfinderlabor 2017

Kunststoffe, die den elektrischen Strom leiten und gleichzeitig  farbig leuchten: Sogenannte organische Leuchtdioden (OLED) haben einen geringen Energiebedarf und können auf flexiblen Trägermaterialien aufgebracht werden. Die in der organischen Photovoltaik eingesetzten Zellen sind so biegsam, dass sie auch in Fenstern und Markisen zur Energiegewinnung eingesetzt werden.

Das Zentrum für Chemie (ZFC) hatte 32 besonders begabte  Schüler aus ganz Hessen eingeladen, um sich in anspruchsvolle wissenschaftliche Nischen zu vertiefen und eigene Ideen zu entwickeln. Diesmal zum Thema Organische Elektronik. In vier Teams experimentierten jeweils acht Oberstufenschülerinnen und –Schüler mit organischen Leuchtdioden und Solarzellen aus halbleitenden Materialien. Für die Teilnehmer eine seltene Chance, um auf Augenhöhe mit Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten und außerhalb des Unterrichts an experimentellen Lösungswegen zu tüfteln.  Die Schüler fanden im Labor unter anderem heraus, dass ihre Lichtausbeute entscheidend von der Orientierung der einzelnen Farbstoffmoleküle in der organischen Schicht abhängig ist. Und sie wollten wissen, wie man eine OLED auf mikroskopischer Ebene weiter optimieren kann.

Darunter Tim Vaupel von den Beruflichen Schulen Bebra: "Wir haben Einblicke in die Chemie erhalten, der weit über die Arbeit im Unterricht hinaus gehen. Zu Beginn war es für mich ungewohnt, in einem anderen Lernumfeld an einem solchen Projekt zu arbeiten. Dies hat sich jedoch schnell harmonisiert und viel Spaß gemacht. Das Unternehmen Merck näher kennenzulernen war hierbei besonders spannend. Die Arbeit an der Technischen Universität Darmstadt war ebenfalls sehr interessant und es war toll, gemeinsam Lösungsansätze für die entstandenen Herausforderungen zu erarbeiten. Insgesamt war es ein anspruchsvolles und sehr spannendes Angebot, das auch der Berufsorientierung dient." 

Nicht nur die Schüler, auch die Profis waren begeistert. "Sie haben aus einem hoch komplexen Thema eine greifbare Botschaft extrahiert", lobte Prof. Matthias Rehahn vom Fachbereich Makromolekulare Chemie an der Technischen Universität Darmstadt (TUD). In seiner Arbeitsgruppe wurden die Schüler drei Tage lang von wissenschaftlichen Mitarbeitern begleitet. Die Laborarbeit bildet das Herzstück des Erfinderlabors, das von der TUD seit vielen Jahren mit einem erheblichen Zeitaufwand unterstützt wird. 

ZFC-Vorstand Dr. Thomas Schneidermeier betonte die herausragende Leistung aller Teilnehmer, die im laufenden Schuljahr unter mehr als 200 Bewerbern aus 73 Schulen mit gymnasialer Oberstufe ausgewählt wurden. Das ZFC bietet Jugendlichen im Jahr vor dem Abitur die Gelegenheit, sich mit Zukunftsthemen zu beschäftigen. 

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