Neue Ruhebänke für Wildeck

„Wie kann die vollständige Bearbeitung eines Auftrages besser erlernt werden, als an einem reellen Objekt?“, fragten sich die Lehrer der EIBE-Klasse an den Beruflichen Schulen in Bebra, hielten Ausschau nach geeigneten Aufträgen und schlugen ihren Schülern auch den Bau von Ruhebänken für die Gemeinde Wildeck vor.

 Sie zeigten sich von der Idee begeistert. Drei von zehn Ruhebänken konnten nun im Naturschutzgebiet „Im Rhäden“ bei Obersuhl aufgestellt werden. Alle Ruhesuchenden können jetzt die Schülerarbeiten nutzen. Sieben weitere Bänke sollen demnächst in den Wildecker Ortsteilen aufgestellt werden.
Neben Ortsvorsteher Josef Keck und Bauamtsleiter Wilfried Kleinerüschkamp war auch Wildecks Bürgermeister Willi Müller bei der Montage dabei und lobte die Schüler: „Es ist gut, dass Ihr für eine praktische Ausbildung bereit seid“. Willi Müller bedankte sich auch bei der Schule und übergab Horst Schäfer, stellvertretend für die Schulleitung, einen Scheck über 500 Euro. Natürlich übernahm die Gemeinde auch die Materialkosten. Horst Schäfer bedankte sich bei der Gemeinde Wildeck zudem dafür, dass diese wiederholt bereit war, eine solche Kooperation einzugehen und so den Jugendlichen das Lernen an reellen Aufträgen zu ermöglichen. 
Breit gefächert waren die Lerninhalte, die nicht nur den praktischen Bereich betrafen: Die Schüler der EIBE-Klasse (Eingliederung in die Berufs- und Erwerbswelt) arbeiteten an dem Auftrag von der Konstruktion, über die Angebotserstellung bis zur Endmontage. Seit Februar lief das Projekt. So wurden beispielsweise im Deutschunterricht nicht stur Rechtschreibregeln gepaukt und Diktate geschrieben, sondern Anfragen, Angebote und anderer Schriftverkehr erstellt. „Ich beantwortete immer gern die Schreiben der Schüler“, freute sich Bürgermeister Willi Müller über den Schriftwechsel. Für die Mathematikstunden boten sich alle Berechnungen an: „Wie viel Material brauchen wir?“, „Was kostet es?“, lauteten hier die Fragen. In einer Projektmappe sammelten und dokumentierten die Schüler alles, was zum Projekt gehört. 
Natürlich wurden auch Vor- und Nachteile der Materialien untersucht und verglichen. „Der Besuch in der Heinebacher Feuerverzinkerei, wo wir die Verbindungswinkel wieder abholten war schon beeindruckend“, berichtet der Schüler Andreas Landeck. „So konnten sich die Schüler vor Ort das Korrosionsschutzverfahren im Original sehen“, erklärte einer der Fachlehrer. 
Überwiegend wurde jedoch in den Werkstätten der Bebraer Schule gearbeitet: Das Biegen und Schweißen der Haltewinkel erfolgte in der Metallwerkstatt, ebenso die Herstellung zweier Formen für das Betonieren der Seitenteile. Diese wurden in der benachbarten Lehrbaustelle der Kreishandwerkerschaft fertiggestellt. Heinrich Rimbach und seine Kollegen standen den Schülern hier fachmännisch und hilfreich zur Seite, als die Stahleinlagen gebogen und die Formen mit Beton gefüllt wurden. Für diese erstmalig so intensive Kooperation bedankten sich die Lehrer ganz besonders. Das Sägen, Hobeln und Streichen der bequemen und stabilen Holzauflagen fand parallel dazu in der Holzwerkstatt der Bebraer Berufsschule statt. Vor der Abholung wurden die Bänke vormontiert, so dass zur Fertigstellung nur noch wenige Handgriffe notwendig waren. „Den Schülern wurden vielfältige Einblicke möglich. Sie können sich so gut orientieren und ihre Berufswahl treffen“, erläuterte Horst Schäfer. 
Bevor die Bänke „in Serie“ gingen, entstand aber zunächst ein Modell. Dieses diente zum Testen von Stabilität, Abmessungen und Eigenschaften sowie der Präsentation vor Ort beim Kunden, der Gemeinde Wildeck. „Wir wollten ja wissen, ob das auch gut ist, was wir verkaufen“, betonten die Schüler.

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