Schüler wollen Leben retten! Organspende rettet Leben!

Dies wurde den Schülern der Beruflichen Schulen in Bebra deutlich, als Dr. Ralf Werner vom Klinikum Fulda und Herr Harald Wagner, Herztransplantierter und ehemaliger Patient von Dr. Werner die Organspende in den Beruflichen Schulen Bebra vorstellten und in die Diskussion brachten.

Zustande gekommen war die klassenübergreifende Veranstaltung durch die Initiative der Schüler selbst: Zusammen mit der Klasse für Bundesverwaltung wollten sich die Schüler der Klassen 12D und 12E der Fachoberschule zu diesem wichtigen Thema informieren. „Wieso soll ich denn meine Organe im Todesfall mit ins Grab nehmen, wenn sie eventuell Leben zu retten können“, drückte es ein Schüler aus.

Die Lehrerin Olivia Mosig und Pfarrer Udo Möller nahmen das Interesse gern auf. Schnell war die Idee geboren, Kontakt zu Betroffenen aufzunehmen. Spontan erklärten sich Dr. Ralf Werner und Harald Wagner bereit, direkt in die Schule zu kommen.

Neben seiner Haupttätigkeit als Arzt mit dem Schwerpunkt Organverpflanzung hat es sich Dr. Werner zur Aufgabe gemacht, die Diskussion über Organspende in eine breitere Öffentlichkeit zu tragen. Er und Harald Wagner sind aktive Mitglieder der Gemeinschaft der Organtransplantierten „GDO“. „Nur wenn wir es schaffen, dass eine persönliche Auseinandersetzung mit der Organspende stattfindet, wenn man das Für und Wider selbst abwägt, kann auch mit einer höheren Spendenbereitschaft gerechnet werden - denn die ist in Deutschland bedenklich gering“, erklärt Dr. Werner. „Wir nehmen den vorletzten Platz in Europa ein“, so Wagner.

Alle hatten schon davon gehört, aber nun konnten sich die Berufsschüler selbst ein Bild machen. Dazu gehörten auch kritische Rückfragen: Kann man den eventuellen Missbrauch von Spendenbereitschaft ausschließen? Werden die gespendeten Organe nach transparenten und gerechten Kriterien an Bedürftige vergeben? Ist der Hirntod ein eindeutiges Zeichen für den Tod als solchen? Dieses und vieles mehr brannte den Schülern auf den Lippen. Dr. Werner sowie Harald Wagner waren dankbar für kritische Rückfragen.

Wer Harald Wagner aus Hofbieber erlebt, kann kaum fassen, dass er vor acht Jahren herztransplantiert wurde. Vital und beredsam schilderte der Mittfünfziger den erstaunten Schülern seine erschütternde Lebensgeschichte: die des gestressten Managers, der sich kaum Freizeit und Ruhe gönnte, bis nach einem Zusammenbruch am Arbeitsplatz offenkundig wurde, dass die Herzfunktion ist hochgradig eingeschränkt ist. „Über kurz oder lang half nur eine Transplantation, wollte ich nicht in Kürze 1,80 Meter tiefer liegen“, machte er die möglichen Folgen deutlich.

Der Weg hin bis zur Transplantation beschrieb er als schwer, mit vielen Fragen und der bangen Ungeduld gepflastert: „Wird es auch für mich ein passendes Spenderherz geben?“ Diese sind knapp in Deutschland. Auf etwa 1000 benötigte pro Jahr kommen etwa nur 390 gespendete Herzen. Bei anderen Organen sieht es nicht viel besser aus. Harald Wagner hatte Glück! Auch wenn er seinen für ihn anonym bleibenden Lebensretter namentlich nicht erfahren wird, bedeutet für ihn diese Form der Hingabe ein geschenktes neues Leben.

Die Diskussion und das überaus große Interesse an den Informationsbroschüren zur Organspende sowie zum Organspendeausweis sprechen für sich: „Diese Schüler wollen Leben retten“, resümierte Udo Möller.

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