Wiener Theatertruppe spielte Dürrenmatts „Physiker“ an den Beruflichen Schulen Bebra.

Wie kann Unvorstellbares begreiflich werden? Wie kann Zeitgeschichte verständlich werden? – „Neben Büchern, Dokumentationen, Museen und Filmen zeigt ein gutes Theaterstück den Schülerinnen und Schülern die Geschehnisse noch deutlicher auf“, erklärt die Deutschlehrerin Susanne Viereck-Tesch.

 „Mimik, Gestik und Stimme können direkt erlebt werden.“ Das Theaterstück „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt wurde in der Aula der Beruflichen Schulen Bebra aufgeführt.

Wie weit kann der Mensch gehen sich selbst zu schädigen? Das Stück über atomares Wettrüsten, von Dürrenmatt bereits 1962 thematisiert, hat an Aktualität eher noch gewonnen.

„Die Physiker“ ist eines der am häufigsten gespielten Theaterstücke der Nachkriegszeit: Im Sanatorium der Irrenärztin Dr. Mathilde von Zahnd befinden sich drei ehemalige Physiker. Sie halten sich für Newton und Einstein. Nur Möbius, der den Geisteskranken nur spielt, ist in die Anstalt geflüchtet, um seine Theorien besser geheim halten zu können. Als ihre Krankenschwestern ihre wahren Identitäten aufdecken, müssen sie sterben. Als die drei Wissenschaftler einander ihre wahren Motive offenbaren, erkennen sie, dass es keinen anderen Ausweg gibt für sie als Mörder und in der Verantwortung gegenüber der Menschheit: Sie müssen weiter die Narren spielen, denn „nur im Irrenhaus sind wir noch frei.“

Zu Beginn der Aufführung gab Lars- Christian Heinecke, der den Möbius spielte, eine Einführung und stellte einen Bezug von Entstehung des Stücks zur heutigen Situation her.

Im Stück selbst war er die herausragendste Figur, dem auf skurril-groteske Weise der Spagat zwischen angeblicher Verrücktheit und Normaliät gelang. Slapstick-Einlagen sorgten für Heiterkeit, wie Deutschlehrerin Susanne Viereck-Tesch feststellte. Die Irrenärztin, gespielt von Laurin Vanessa Memel, sorgte für ein furioses Finale, outete sie sich doch als die einzig Verrückte.

Susanne Viereck-Tesch stellte abschließend fest, dass „wir das nächste Mal in der Eingangshalle spielen lassen müssen“, denn nur so könne gewährleistet werden, dass ein noch größeres Publikum die Aufführung besuchen könne.

Knapp 100 Schülerinnen und Schüler besuchten die Theateraufführung. Die Wiener Theatertruppe gastierte nun schon zum dritten Mal in Bebra.

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