Ein Dienstwagen für die Schüler

Große Freude bei den Beruflichen Schulen Bebra: Durch die Überlassung eines aktuellen BMW 335i durch die BMW AG gemeinsam mit dem Autohaus Limberger (Bad Hersfeld) ist die Ausstattung um ein gutes Stück gewachsen. Das 306 PS-starke Fahrzeug ist mit einem umfangreichen Zubehörpaket ausgestattet und hat einen Wert von 56000 Euro.

„So können wir den Kraftfahrzeugmechatronikern im praxisnahen Unterricht die neueste Technik näher bringen. Besonders die großzügige und moderne Ausstattung des Fahrzeugs bietet fast grenzenlose Möglichkeiten“, freute sich Thomas Böttner. Der Fachlehrer für Kraftfahrzeugtechnik wird in dem Fahrzeug Fehler installieren und programmieren, die die Berufsschüler mit Hilfe von modernen Diagnosegeräten analysieren sollen. Genauso sind beispielsweise Inspektionsarbeiten und Achsvermessungen geplant.

Auf dem neuesten Stand der Technik auszubilden ist nicht nur wichtig, sondern äußerst notwendig – besonders im Kraftfahrzeuggewerbe, wo gerade in den letzten Jahren viel Elektronik Einzug gehalten hat. Antiblockiersysteme, Navigationssysteme, Regensensoren, aktives Kurvenlicht, Benzindirekteinspritzung, Automatikgetriebe, die sich auch manuell am Lenkrad schalten lassen – all dies und vieles mehr sind Dinge, die sich aus den heutigen Fahrzeugen zum großen Teil nicht mehr wegdenken lassen, aber natürlich auch die Kraftfahrzeugmechatroniker herausfordern.

„Bei ihnen wird nicht das Fahren, sondern die Technik – das Verstehen der Technik - im Vordergrund stehen. Technik, die Freude macht“, unterstreicht dieses auch Edgar Jürgens, der Prokurist des Autohauses Limberger. Die Überlassung des Fahrzeugs macht deutlich, wie sehr die BMW AG an einer hochqualifizierten Ausbildung interessiert ist. Bernd Moeller, Personalleiter des Eisenacher BMW-Werkes, erläuterte, dass sich BMW in seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung sehr engagiert und auch andere Schulen unterstützt. Er stellte eine weitere Kooperation mit der Bebraer Schule in Aussicht.

Vor eineinhalb Jahren startete Thomas Böttner eine erste Anfrage bezüglich des Schulungsfahrzeugs in München. Es folgte ein ausgiebiger Austausch zwischen BMW und den Beruflichen Schulen Bebra. Letztendlich auch durch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Autohaus Limberger, der Bebraer Berufsschule und der Unterstützung des Personalleiters des Eisenacher BMW-Werkes, Bernd Moeller, kam die großzügige Spende zustande.

Wolfgang Haas freute sich als Schulleiter der Beruflichen Schulen Bebra über die wertvolle Ergänzung. „Gemeinsam mit dem aus Kreismitteln beschafften Motortester sowie anderen Maschinen verfügen wir über eine sehr gute Ausstattung der Metall- und Kraftfahrzeugwerkstatt. Diese Investitionen machen wir auch im Hinblick auf den Schulentwicklungsplan, denn perspektivisch soll Bebra Standort für Metallberufe sein.“

Als Schulträger bedankte sich Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und zeigte sich beeindruckt über die Möglichkeiten, die das Auto für einen lebendigen Unterricht bietet.

Schülertraum mit kleinen Gemeinheiten

Nicht nur die Lehrer, sondern auch die Schüler freuen sich: Kaum kommt der neue BMW 335i nach einer kurzen Überführungsfahrt über den Schulhof der Beruflichen Schulen Bebra in der Kraftfahrzeugwerkstatt zum Stehen, reißen die Kraftfahrzeugmechatroniker die Motorhaube auf. 306 PS stecken unter der Haube - sechs Zylinder, zwei Turbolader. Ein Schüler nimmt mit seinem Handy die Motorengeräusche auf, während ein anderer über Wippen am Lenkrad das sequenzielle, automatische Sechsganggetriebe manuell schaltet. Vom Beifahrersitz aus wird der Klang des Radios getestet. „Denk dran, das Auto wird ein Traum bleiben“, versucht ein Schüler seinen Kollegen wieder auf den Boden zu holen. „Schade, dass wir damit nicht fahren dürfen.“

Thomas Böttner kann sich ein stolzes Lächeln nicht verkneifen, freut sich über die Motivation der Schüler, sieht dem emsigen Treiben ansonsten aber gelassen zu. Der Fachlehrer für Kraftfahrzeugtechnik hat für die Schüler mit dem Auto etwas anderes geplant: Im Berufsschulunterricht sollen die Auszubildenden Fehler finden, die er zuvor im Auto installiert hat. „Das Auto mit seiner umfangreichen Ausstattung eignet sich hervorragend dazu, um den Auszubildenden den neuesten Stand der Technik näher zu bringen und sie auf ihre Aufgaben im Beruf vorzubereiten“, erläutert Böttner. Er wird beispielsweise die Leitungen zu den elektrischen Fensterhebern unterbrechen, defekte Schalter einbauen oder Steuergeräte so manipulieren, dass Bauteile wie der Regensensor des automatischen Scheibenwischers nicht mehr funktionieren. „Mit Hilfe unseres neuen Testgeräts können die Schüler zudem Fehlerabfragen des Airbagsystems machen. Die Elektronik hat in modernen Automobilen starken Einzug gehalten und so ist es äußerst wichtig, dass der Umgang mit modernen Prüfgeräten früh und vor allem in der Praxis erlernt wird.“ Thomas Böttner hat für seine Schüler aber auch weniger gemeine Dinge wie die Vermessung des Fahrwerks und Inspektionsarbeiten am Motor oder den Bremsen auf Lager, denn auch diese gehören nach wie vor zu den Aufgaben der angehenden Kfz-Mechatroniker.

Sichtlich erstaunt zeigten sich die Besucher der offiziellen Übergabe, dass das Fahrzeug in der Bebraer Berufsschule auch fachfremd zum Einsatz kommt: Die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule Gestaltung funktionierte gemeinsam mit ihrem Lehrer, Peter Knierim, die Eingangshalle kurzerhand zum Studio um, setzten den neuen BMW ins rechte Licht und fotografierten ihn aus den verschiedensten Blickwinkeln. Die entstandenen Bilder wurden während der Feierstunde in Form einer Präsentation auf eine Leinwand projiziert. Besonders Edgar Jürgens vom Bad Hersfelder Autohaus Limberger zeigte sich begeistert: „Eine solche Inszenierung hatte ich wirklich nicht erwartet.“

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