Roboter für die Beruflichen Schulen Bebra

Zwei professionelle Industrie-Roboter wurden in den Beruflichen Schulen Bebra in Betrieb genommen.

Verstärkung in Form von zwei „ausgewachsenen“ Industrierobotern haben die Beruflichen Schulen Bebra bekommen. Sie sollen zum Beispiel die Studierenden der Technikerschule für allgemeinen Maschinenbau, angehenden Mechatronikern und den Schülern des Beruflichen Gymnasiums dazu dienen, den Umgang mit moderner Robotik und Automatisierungstechnik anhand realitätsgetreuen Maschinen und Peripheriegeräten zu erlernen. Die Firmen ae-group und ABB stellen die beiden Maschinen im Gesamtwert von etwa 80000 Euro zur Verfügung.

Was das Lernen angeht, ist es in diesem Fall ein Geben und Nehmen. Während die Schüler und Studierenden den Umgang mit den Robotern lernen, lernen die Roboter von ihren Bedienern, was sie zu tun und zu lassen haben: ob sie ihren Greifer öffnen oder schließen, sich drehen, heben oder senken sollen. In insgesamt sechs Achsen können die Roboter verfahren werden. Um zu lernen, wie sie sich später im Automatikmodus bewegen sollen, werden sie zunächst vom Bediener angelernt, indem mit Hilfe eines Joysticks die entsprechenden Wege abgefahren werden.Dass die teuren Maschinen für den Schulträger nahezu kostenneutral geblieben sind, liegt im Wesentlichen an dem Durchhaltevermögen von Fachlehrerkoordinator, Gunther Koch, der die treibende Kraft in diesem Projekt darstellt, und seinen Kollegen. Nach über drei Jahren Vorarbeit konnten nun je ein Roboter vom Typ ABB 140 und ein ABB 1400 samt professioneller Roboterzelle im Beisein von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und der ersten Kreisbeigeordneten Christa Bittner offiziell in Betrieb genommen.

Die Planung, Montage und Installation übernahmen die Bebraer Lehrer mit Unterstützung von ae-Mitarbeiter Marko Baum. Auch neue Greifer wurden gefertigt. „So kamen etwa 135 Arbeitsstunden zusammen“, beziffert Gunther Koch den zusätzlichen Arbeitseinsatz der Lehrkräfte und Schüler. Hinzu kommt das Herrichten des Raumes durch den Hausmeister und sein Malerteam. Gunther Koch sprach seinen Kolleginnen und Kollegen, der Schulleitung, dem Sekretriat sowie den beteiligten Schülerinnen und Schülern seinen Dank aus - ebenso der Obersuhler Firma Metall in Form, die Fahrzeuge für den Roboter-Transport bereitstellte.

Sein größter Dank ging jedoch an die ae-group und die Firma ABB, die den jungen Menschen der Region eine sehr gute Möglichkeit zum Erlernen moderner Robotik und Automatisierungstechnik geben. Dieses liegt beiden Firmen am Herzen: „Wir benötigen ständig Fachkräfte und unsere Auszubildenden besuchen die Beruflichen Schulen Bebra. Somit sind wir froh, wenn diese bereits Kenntnisse im Umgang mit diesen Technologien mitbringen“, erläutert Nicky Weske, Betriebsleiter der Metallbearbeitung im ae-Werk Gerstungen.

Die ae-group hat über 100 Roboter im Einsatz. Auf die Bindung an das Produkt setzt auch die Firma ABB: „Wenn die Jugendlichen die Bedienung eines ABB-Roboters bereits in der Berufsschule lernen, wird es ihnen auch später im Berufsleben leichter fallen“, hofft Lothar Leitner, Leiter des Profitcenters New Segments bei ABB in Friedberg.

HINTERGRUND

 

„In Industriebetrieben werden solche Roboter für Handlingsaufgaben verschiedenster Art verwendet“, erklärt Gunther Koch, Fachlehrerkoordinator an den Beruflichen Schulen in Bebra. „Zum Beispiel legen sie Teile in Dreh- oder Fräsmaschinen ein, führen Schweißpistolen oder montieren Geräte.“ „Es gibt vielfältigste Anwendungsmöglichkeiten in allen Industriezweigen – nicht nur im Maschinenbau, sondern beispielsweise auch in der Nahrungsmittelindustrie“, erklären Lothar Leitner und Rainer Nelles von der Herstellerfirma ABB. Je nach Größe können sie bis zu 500 Kilogramm schwere Gegenstände mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5000 Millimeter pro Sekunde transportieren. Die spezielle Bauart „Flexpicker“ kann kleine, leichte Gegenstände, wie beispielsweise Pralinen, sogar in 10000 Millimeter pro Sekunde bewegen.

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