Ein langer Weg wurde erfolgreich abgeschlossen

Der Weg war lang und teilweise recht steinig, doch die Mühen haben sich gelohnt: Zum Schuljahresbeginn konnten die ersten 68 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums an den Beruflichen Schulen Bebra aufgenommen werden. Für die Schulgemeinde war dies Anlass genug, den offiziellen Start in einem würdigen Rahmen zu feiern.

 Viele Ehrengäste, Schülerinnen und Schüler, Eltern und natürlich Lehrerinnen und Lehrer trafen sich in der festlich geschmückten Eingangshalle der Beruflichen Schulen Bebra. Als besonderer Ehrengast hielt Dorothea Henzler, Staatsministerin im Hessischen Kultusministerium, die Festrede.

Zuvor ging der Schulleiter der Beruflichen Schulen Bebra, Wolfgang Haas, auf die fünfjährige Vorgeschichte ein, die dank Beharrlichkeit letztendlich doch zum Erfolg führte: „Warum wollten wir eigentlich ein Berufliches Gymnasium einrichten? – Es gab ein solches schulisches Angebot, das in idealer Weise allgemeine und berufliche Bildung miteinander verknüpft und in die Struktur unserer Schule hervorragend zu integrieren ist, im Landkreis nicht. Aber darüber hinaus sehen wir es als eine vorrangige gesellschaftliche Aufgabe an, die Schule weiterzuentwickeln, um unterschiedliche Begabungen zu fördern, Bildungsreserven auszuschöpfen und damit einen Beitrag zur Steigerung der Abiturientenrate zu leisten, an der unsere Volkswirtschaft immer wieder international gemessen wird.“

Doch die Einrichtung des Beruflichen Gymnasiums in Bebra wurde von den damaligen Verantwortlichen im Kultusministerium nicht so positiv aufgenommen: Streng wurde auf der Mindestzahl von 80 – zum Stichtag auch geeigneten - Schülern bestanden, was zu einem negativen Bescheid geführt hatte - Frust und Enttäuschung in der Bebraer Schule. Auch die Öffentlichkeit nahm diesen Beschluss betroffen und mit Empörung auf. Doch die Schulleitung und die Lehrer der Beruflichen Schulen Bebra erkannten, dass Aufgeben die falsche Reaktion wäre. „Wir haben gelernt, Schüler, Eltern und eine breite Öffentlichkeit für eine Idee zu begeistern. Wir haben emotionalisiert und verstanden, Schulentwicklung öffentlich zu machen und die Schule im gesamten Landkreis und darüber hinaus positiv ins Gespräch zu bringen“, erklärte Wolfgang Haas.

Mental gestärkt und mit der Unterstützung der regionalen Politiker wurde ein neuer Antrag gestellt. Nach der Landtagswahl zu Beginn des Jahres 2008 überbrachte der Landrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, Dr. Karl-Ernst Schmidt, die positive Nachricht, dass der geschäftsführende Kultusminister Jürgen Banzer den entsprechenden Erlass nun so formuliert hat, dass er für das Berufliche Gymnasium in Bebra eine realistische Chance bietet: Nicht mehr 80, sondern nur noch 50 lautet die Mindestschülerzahl! Eine neue Werbekampagne folgte und die Bebraer Schule war sich sicher: „Wir schaffen die geforderten Zahlen!“ Und sie hat es geschafft! „An dieser Stelle möchte ich allen herzlichen Dank sagen, die unser Projekt unterstützt haben, die uns auf dem langen Weg positiv begleitet haben, die der Schule und mir immer wieder Mut gemacht haben, den langen Weg zu Ende zu gehen“, so Wolfgang Haas.

Das Durchhaltevermögen des Kollegiums und der Schulleitung lobte auch Kultusministerin Dorothea Henzler. Inzwischen sei das Berufliche Gymnasium in Bebra politisch und wirtschaftlich gewollt. Sie hob hervor, welche wichtige Rolle berufliche Schulen im Bildungssystem haben und welche schwierige Aufgabe sie haben. Durch die Vielseitigkeit des Systems innerhalb beruflicher Schulen seien diese besonders gefordert: Es gelte, resignierte Hauptschüler wieder zum Lernen zu motivieren und gleichzeitig auch motivierten Gymnasiasten das gewünschte Wissen zu vermitteln. Der Praxis- und Berufsbezug schon während der Ausbildung sei sehr wichtig, ebenso die Ausrichtung der Ausbildung an aktuellen Erfordernissen der Wirtschaft. Dorothea Henzler machte den Schülerinnen und Schülern das Ziel zu erreichen. „Ich werde in drei Jahren gerne wieder kommen, um in Bebra die ersten Zeugnisse am Beruflichen Gymnasium zu überreichen.“

Groß war auch die Freude von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt über die Einrichtung der neuen Schulform im Landkreis: „Ich hoffe, dass die neue Schule einen guten Start nimmt und zusammen mit unseren Kindern, die hier gebildet und erzogen werden, eine gute Zukunft hat. Ich danke allen, die daran mitgewirkt haben, diese neue Schule zu gründen, denn es war eine Teamleistung mit einem großartigen Erfolg.“

Bebras Bürgermeister Horst Groß weiß, was er an den Beruflichen Schulen in seiner Stadt hat und stellt besonders das Engagement von Schulleiter Wolfgang Haas heraus, aber auch das des Lehrerkollegiums: „Meine Freude wird auch dadurch genährt, dass ich weiß, dass das Kollegium um Wolfgang Haas sich stetige Innovation auf die Fahnen geschrieben hat. Gerade berufliche Bildung ist stetiger Innovation unterworfen und ich weiß, dass man hier an den Beruflichen Schulen Bebra nicht zögern wird, künftigen Bildungsbedarf in geeignete Bahnen zu lenken.“ Horst Groß wies zudem auf den geplanten Neubau hin: „Bebra profitiert gleich mehrfach vom Beruflichen Gymnasium: Wir werden künftig den Bereich der Aula mitbenutzen können, wenn es gilt, Veranstaltungen auszurichten. Es wird vieles leichter, was vorher mit Aufwand und größeren Schwierigkeiten verbunden war.“

Dass das Berufliche Gymnasium eine wesentliche Bereicherung für die Bildungslandschaft in unserem Landkreis bedeutet, erklärt auch Schuldezernentin Christa Bittner: „Es bedeutet, weiteren Begabungen eine Chance zu geben, die Hochschulreife zu erlangen und Nachwuchspotenzial zu fördern, das in unserem Kreis in spezifischen Berufsfeldern bereits fehlt.“

Ein große Chance im Beruflichen Gymnasium sieht auch Regine Haase, Leiterin der Aus- und Weiterbildung der Continental Automotive GmbH. Den Schülerinnen und Schülern wünscht sie einen interessanten Lebensweg, auf dem sie aus ihren Fehlern lernen, die Konsequenzen tragen und gegebenenfalls Fehler wieder gut machen.

Übrigens können sich interessierte Schülerinnen und Schüler schon jetzt bei den Beruflichen Schulen Bebra melden, wenn sie sich für den Besuch des Beruflichen Gymnasiums im Schuljahr 2010/2011 interessieren.

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