Debatte zu neuem Berufsbildungssystem

MdEP Thomas Mann informierte und debattierte zum „Europäischen Leistungspunktesystem für Berufsbildung“.

Es tut sich was an der europäischen Berufsbildungsfront: Um die Berufsausbildungen und –abschlüsse innerhalb der Europäischen Union vergleichbarer und durchlässiger zu machen, wird derzeit ein „Europäische Leistungspunktesystem für Berufsbildung“ (ECVET) diskutiert.

 Über den aktuellen Stand der Gespräche und der  geplanten Einführung informierte Thomas Mann (MdEP) im Rahmen des „Regionalen Berufsbildungsdialogs“ interessierte Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Wirtschaft, Innungen, Kammern und Gewerkschaften in den Beruflichen Schulen Bebra.

„Der ECVET-Ansatz beruht auf dem Konzept von Lernergebnissen: Künftig soll es nicht mehr darum gehen, wie lange jemand etwas wo gelernt hat, sondern welche Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen er oder sie erworben hat. Diese werden als Lernergebnisse bezeichnet. Im Rahmen von ECVET sollen diese Lernergebnisse zu Lerneinheiten (Units) zusammengefasst und mit Leistungspunkten belegt werden,“ beschreibt die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) das neue System. Damit sollen internationale Durchlässigkeit und Vergleichbarkeit erreicht werden.

Thomas Mann ist Mitglied des Europäischen Parlaments und Vizepräsident im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten. Er informierte die Anwesenden und debattierte anschließend mit ihnen über die mittelfristigen Auswirkungen für die Aus- und Weiterbildung insbesondere vor dem Hintergrund, dass parallel zu den Empfehlungen auf europäischer Ebene auch in Deutschland Vorschläge für einen „Deutschen Qualitätsrahmen für lebenslanges Lernen“ (DQR) existieren.

Es stellten sich beispielsweise die Fragen: „Was wird aus den aktuellen Berufsabschlüssen wie zum Beispiel den Meisterbrief? - Wie durchlässig ist das neue System wirklich? - Werden Erkenntnisse aus dem Bologna-Prozess mit Bachelor- und Masterabschlüssen einbezogen? – Wie sollen Sprachbarrieren überbrückt werden?“

Viele Fragen sind derzeit noch ungeklärt. Soll die Einführung des Systems ab 2012 Wirklichkeit werden, muss noch viel getan werden.

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