Europawoche endet mit hohem Besuch

Europa steht vor großen Herausforderungen: Finanzkrise, Ukrainekonflikt, Flüchtlingsströme und das geplante Freihandelsabkommen TTIP beschäftigen nicht nur Politiker, sondern auch die Bürger.

Soll die EU noch mehr Finanzhilfen für Griechenland befürworten, um die Finanzkrise zu bekämpfen? Was passiert mit den ganzen Flüchtlingen, die tagtäglich über Italien nach ganz Europa kommen? Wie kann man den Ukrainekonflikt friedlich lösen? Ist das Freihandelsabkommen TTIP für Europa eine große Chance oder eher eine Gefahr?

Europa steht vor großen Herausforderungen. Mit diesen großen Herausforderungen beschäftigen sich momentan nicht nur Politiker, sondern auch die Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Bebra. So wurde im Rahmen der jährlich stattfindenden Europawoche eine Ausstellung von Schülern für Schüler organisiert, die u. a. diese zentralen Probleme aufgriff. Anhand einer Plakatausstellung und diversen Informationsmaterialien konnten sich die Schülerinnen und Schüler umfangreich über die verschiedene Probleme informieren und diskutieren.

Als krönender Abschluss der Europawoche stellte sich der SPD-Politiker Dieter Franz (MdL, Innen-Ausschuss, Europa-Ausschuss, UHW) einer Gruppe von Schülern des Beruflichen Gymnasiums in einer Diskussionsrunde über die aktuelle Politik in Europa zur Verfügung. Zu Beginn der Diskussionsrunde wurde darüber gesprochen, dass es eigentlich keinen geschichtsträchtigeren Tag dafür geben würde als den 8. Mai. Und dass auch nach 70 Jahren der Krieg niemals vergessen werden dürfte, sehe man beispielsweise an der aktuellen Situation in der Ukraine, so Dieter Franz.

Doch nicht nur der Ukraine-Konflikt belastet momentan die Europapolitik, auch die Finanzkrise ist seit Jahren ein Dauerthema politischer Debatten. So brachten die Schüler den Lösungsvorschlag an, ob Ländern wie Griechenland nicht besser geholfen werden könnte, wenn mehr Gelder in die Wirtschaft gesteckt würden, um einen Wirtschaftsaufschwung zu bewirken. Diese Argumentation fand auch beim SPD-Politiker Anklang. Ein Austritt aus dem Euro oder auch der EU stellte für alle Diskussionsteilnehmer keine zielführende Lösung dar.

Im Rahmen der zunehmenden Flüchtlingsströme wurde darüber diskutiert, wie man den Flüchtlingen am besten helfen könnte. Neben einem Einwanderungsgesetz auf nationaler Ebene und einer europaweite Flüchtlingspolitik wurde auch über eine mögliche Aufnahmequote diskutiert.

Auch das Freihandelsabkommen TTIP wurde kritisch unter die Lupe genommen. Dabei stellte Dieter Franz klar, dass man die Befürchtungen aus der Bevölkerung sehr ernst nehmen müsste und hier auch noch eine Menge an Aufklärungsarbeit geleistet werden müsste.

Zum Abschluss der Diskussionsrunde waren sich alle Teilnehmer darüber einig, dass Europa zwar vor großen Herausforderungen steht, ein vereintes Europa aber politische Lösungen finden wird, auch wenn man dafür mehr Kompetenzen nach Europa abgeben müsste. Die Schüler fanden es zudem toll, dass sich ein Politiker auch sehr kritischen Fragen offen stelle und es doch etwas anderes sei, wenn man mit einem Politiker direkt über Europapolitik debattieren könnte, als wenn man die Themen nur im Unterricht diskutieren würde. Und so rundeten auch die abschließenden Worte von Dieter Franz die Diskussionsrunde gelungen ab: „Demokratie ist kein Geschenk, ab und zu muss man sich auch selbst beteiligen.“

Die Europawoche findet jedes Jahr an den Beruflichen Schulen Bebra statt. Organisiert wird die Europawoche von Stefan Mohr. Unterstützt wurde diesmal die Europawoche von den Kollegen Heiko Adam und Martina Teeken.

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