Theaterstück “Brandstifter“ in der Schule

Der Schulbetrieb in den Beruflichen Schulen Bebra wurde schon früh am Morgen aufgefrischt: Eine Stunde lang unterhielt die Wiener Forum-Theatertruppe knapp 100 Fachoberschülerinnen und -schüler der Jahrgangsstufe zwölf und einige ihrer Lehrer in der schuleigenen Aula mit dem Theaterstück „Biedermann und die Brandstifter“.

„Das Stück gehört zum Repertoire unserer Schullektüre“, erklärt die Deutschlehrerin Susanne Viereck. Sie organisierte, dass das Ensemble im Rahmen einer Theatertournee durch Deutschland auch in Bebra Station machte.
Zu Beginn der Theateraufführung „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch gab der Schauspieler Heinz Haiden, der selbst den Gottlieb Biedermann spielte, eine Einführung in das Stück. Er betonte die Aktualität und nannte als Beispiel den 11. September sowie den Irak-Krieg.
Im Stück selbst geht es um den Haarwasserfabrikanten Biedermann, der zwei Brandstiftern Unterschlupf auf seinem Dachboden gewährt, wo sie unbehelligt weitere Brandstiftungen planen können. Biedermanns Frau Babette warnt ihn, denn es hat in der Vergangenheit zahlreiche Brände gegeben. Biedermann vertraut jedoch den beiden Landstreichern und verbündet sich sogar mit ihnen: Als Zeichen seines Vertrauens und seines festen Glaubens, dass sie keine Brandstifter seien, gibt er ihnen am Ende seine Streichhölzer. An dieser Stelle tritt im Publikum atemlose Stille ein. Es weiß, wie das Stück ausgehen muss. Das Prinzip „Wahrheit als beste Tarnung“ geht auf.
„Eigentlich ist es das Stück, das jeder kennt“, erinnert Susanne Viereck an die leidvollen Erfahrungen des vorigen Jahrhunderts, als die „braunen Brandstifter“ sich in die bürgerliche Gesellschaft der Weimarer Republik „einmieteten“. „Nie machten sie einen Hehl daraus, was sie mit der ihnen verhassten Demokratie vorhatten. Bald nach der „Machtergreifung“ zündeten sie das „Haus der Demokratie“, den Reichstag, an – später brannte ganz Europa“, so Susanne Viereck.
„Das eher spartanische Bühnenbild lenkte den Blick auf die gute Darstellung der vier Schauspieler“, lobt Susanne Viereck die Wiener Theatergruppe. Auch ihre Kollegen und die Schüler äußerten sich abschließend positiv über die Darbietung. Sie sind sich darin einig, dass in Zukunft öfter ein Theaterstück an den Beruflichen Schulen aufgeführt werden sollte.

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