Die Luft muss raus

Für die Fertigung von Betonteilen auf der Lehrbaustelle der Kreishandwerkerschaft in Bebra fertigten die Schüler der zweijährigen Berufsfachschule der Fachrichtung Metalltechnik einen Rütteltisch.

Beim Herstellen von Betonteilen wird Beton in eine Form gegossen. Dabei kommt es zwangsläufig zur Bildung von Luftblasen, die natürlich unerwünscht sind. Mit Hilfe eines Rütteltisches kann die Luft an die Oberfläche und damit aus dem Beton gebracht werden. Der Beton wird so verdichtet.

Professionell sieht er aus und es steckt auch jede Menge Arbeit drin: Eines halbes Jahr verging vom ersten Strich auf einem weißen Blatt Papier bis zur feierlichen Übergabe. Die Unterstufenschüler der Berufsfachschule an den Beruflichen Schulen Bebra wagten sich an ein großes Projekt heran: Einer ausführlichen Recherche über die Maschine als solche und Anforderungen wie Höhe, Größe und Tragfähigkeit folgten erste Konstruktionsskizzen und die Materialauswahl. Eine zwei Quadratmeter große, zwölf Millimeter dicke Stahlplatte dient zur Aufnahme der Formen und des Betons. Sie ist flexibel auf einem stabilen Untergestell gelagert und wird durch zwei spezielle, elektrisch betriebene Rüttelmotoren in Schwingungen versetzt, die letztendlich dafür sorgen, dass der Beton verdichtet wird.

„Die Stahlprofile des Untergestells sind von den Abmessungen her so groß, dass wir mit den Sägen unserer Metallwerkstatt schon fast an der Grenze waren“, erläutert Michael Schweitzer, Fachlehrer für Metalltechnik. „Etwa 500 Kilogramm Stahl dürften auch den Laien erahnen lassen, wie stabil der Tisch geworden ist.“

Für die Schüler war es allemal lehrreich: „Es war eine große Herausforderung für und wir lernten Verfahren kennen, mit denen wir sonst im ersten Jahr der Berufsfachschule noch nichts zu tun gehabt hätten. Zum Beispiel wurde die Stahlplatte durch Plasmaschneiden in ihre endgültige Form gebracht“, berichtet Klassensprecher Heiko Springer. Der Materialpreis von 5500 Euro zeigt auch, welcher Wert den Schülern anvertraut wurde.

Bei einem solchen Vorhaben ist natürlich Teamarbeit gefragt. Täglich musste besprochen werden, wer welche Aufgaben übernimmt. „Die Schüler waren in alle Fertigungsabläufe involviert und übten sie aus“, erklärt Gunther Koch, Fachlehrerkoordinator an den Beruflichen Schulen Bebra. Sägen, Schleifen, Schweißen, Biegen und andere Verfahren wurden angewendet.

„Damit der Rütteltisch rechtzeitig fertig werden konnte, kamen die Schüler sogar außerhalb ihrer regulären Unterrichtszeit, um daran zu arbeiten“, lobt Gunther Koch seine Schüler, die sogar eine Betriebsanweisung ausformulierten.

Klaus Stöcker, der Obermeister der Bauinnung, lobte die Schüler für ihre Arbeit: „Es ist etwas, was auch noch in 15 Jahren da ist und ihr könnt stolz darauf sein.“ Klaus Stöcker bedankte sich auch bei den Beruflichen Schulen Bebra, dass dieses Projekt zustande gekommen ist. „Es ist eines von mehreren größeren Projekten und zeigt die gute Zusammenarbeit.“

„Man traut euch etwas zu!“, ermunterte Wolfgang Haas, der Schulleiter der Beruflichen Schulen Bebra, die Schüler stolz auf ihr Werk und ihre Kompetenz zu sein.

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