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DialogP-Veranstaltung am Beruflichen Gymnasium Bebra
Am Beruflichen Gymnasium in Bebra fand im Rahmen des Projekts „DialogP“ eine Diskussionsveranstaltung statt, bei der Schülerinnen und Schüler mit Politikerinnen aus dem Hessischen Landtag ins Gespräch kamen.
Die Veranstaltung sollte den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, politische Themen auf Augenhöhe zu diskutieren und demokratische Prozesse besser zu verstehen. Anwesend waren Carina Fissmann (SPD), Lena Arnold (CDU), Kaya Kinkel (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Wiebke Knell (FDP). Der ebenfalls eingeladene AfD-Politiker Gerhard Schenk erschien aus unbekannten Gründen nicht.
Schon zu Beginn zeigte sich, dass die Politikerinnen großes Interesse an den Fragen der Schülerinnen und Schüler hatten. Besonders das ÖPNV-Ticket sowie Fragen zum Wahlalter und zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht standen im Mittelpunkt vieler Diskussionen.
Im weiteren Verlauf wurde an verschiedenen Tischen intensiv über die einzelnen Themen diskutiert. Ein besonders kontroverses Thema war die mögliche Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Befürworter argumentierten, dass politische Entscheidungen auch junge Menschen betreffen und diese daher früher mitentscheiden sollten. Kritische Stimmen verwiesen hingegen auf die fehlende politische Reife sowie darauf, dass selbst viele Erwachsene Schwierigkeiten mit dem Wahlsystem haben.
Auch die Einführung eines kostenlosen, landesweiten ÖPNV-Tickets spielte eine wichtige Rolle in den Diskussionen. Viele Teilnehmende sahen darin eine Chance für mehr Chancengleichheit, unabhängig vom Einkommen der Eltern oder dem Wohnort. Gleichzeitig wurde jedoch von allen Parteien betont, dass die Finanzierung ein zentrales Problem darstellt, da dem Land Hessen nicht ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.
Auch über die Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum wurde intensiv gesprochen. Während einige diese Maßnahme zur besseren Aufklärung von Straftaten befürworteten, äußerten andere Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Privatsphäre. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass alternative Maßnahmen wie eine stärkere Polizeipräsenz oder bessere Beleuchtung ebenfalls zur Sicherheit beitragen könnten.
Beim Thema Numerus Clausus zeigte sich, dass viele eine Reform befürworten. Besonders kritisiert wurde, dass der NC individuelle Fähigkeiten und Interessen zu wenig berücksichtigt. Daher wurde vorgeschlagen, stärker auf alternative Auswahlverfahren wie Eignungstests zu setzen, auch wenn dies mit einem höheren organisatorischen Aufwand verbunden ist.
Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht wurde ausführlich diskutiert. Dabei zeigte sich, dass KI zwar als hilfreiches Werkzeug angesehen wird, jedoch nicht das eigenständige Lernen ersetzen darf. Viele sprachen sich für klare und einheitliche Regeln aus, um Fairness unter den Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten.
In den abschließenden Abstimmungen zeigte sich, dass insbesondere das ÖPNV-Ticket sowie klare Regeln für den Einsatz von KI große Zustimmung erhielten. Andere Themen wie das Wahlalter oder die Videoüberwachung blieben hingegen umstritten.
Insgesamt bot die DialogP-Veranstaltung den Schülerinnen und Schülern eine gute Möglichkeit, Politik direkt zu erleben und eigene Meinungen zu entwickeln. Der Austausch zeigte, wie wichtig Diskussion und unterschiedliche Perspektiven in einer Demokratie sind. Außerdem wurde deutlich, dass junge Menschen frühzeitig in politische Prozesse eingebunden werden sollten.
Autorinnen: Serra Boylu und Madleen Paylanmaz (Pressteam)
Bilder aus der Veranstaltung:





