Solarhaus erstrahlt in neuem Outfit

Dank vieler Sponsoren gelang die umfangreiche Sanierung und Erweiterung des Solarhauses an den Beruflichen Schulen Bebra.

So einen Klassenraum wünschen sich viele Schüler: Gemütlich mit sichtbaren Natursteinmauern und Fachwerk, ruhig gelegen, etwas abseits der Schule und als Krönung große Fensterflächen bis zum Boden mit Blick ins Grüne. Hinzu kommen eine weitestgehende ökologische Bauweise und die Verwendung regenerativen Energieformen wie Solarstrom und Wärme aus Holz.

 - So ein Klassenzimmer gibt es im Schulgarten der Beruflichen Schulen Bebra: Das Solarhaus wurde aufwändig saniert und erweitert. Eine Vision wurde Wirklichkeit – dank vieler Köpfe und Hände und vor allem dank vieler Sponsoren.
Ursprünglich war das Solarhaus der Beruflichen Schulen Bebra als Objekt zur Veranschaulichung von regenerativen Engergieformen und ökologischen Bautechniken gebaut worden (siehe Hintergrund). Schon bald wurde es auch gerne von der Fachoberschule Gestaltung als Klassenraum für den Kunstunterricht genutzt. Auch für kleinere Feiern oder Grillabende war es geeignet. Doch die lange schlanke Raumform war etwas ungünstig. Außerdem hatte die Holzkonstruktion konstruktive Mängel durch undichte Stellen in der schrägen Fassade. So warf sich eines Tages bei Bianca Feyerabend und Judith Sperlich (Lehrerinnen für Elektrotechnik sowie Bautechnik) die Frage auf, ob es nicht möglich wäre etwas mehr daraus zu machen.
Schon war ein konkreter Arbeitsauftrag für die Fachoberschule Bautechnik geboren. Die Schüler entwarfen ein Konzept für den Umbau, welches Schulleiter Wolfgang Haas präsentiert wurde. Dieser zeigte sich zwar zunächst etwas skeptisch, ließ sich aber überzeugen. Fest stand zu diesem Zeitpunkt aber schon, dass es den Schulträger nichts kosten darf. Mit dem Vorsitzenden des Fördervereins der Beruflichen Schulen Bebra, Herbert Heisterkamp, war schnell ein Mitstreiter gefunden, der sich als wahrer Motor entwickelte, was die Beschaffung von Sponsoren und Gönnern in verschiedener Art und Weise anging.
Äußerst günstig zeigte sich auch die räumliche Nähe und seit Jahrzehnten gute Kooperation mit der benachbarten Lehrbaustelle der Kreishandwerkerschaft: Kurzerhand wurde nämlich so manche praktische Übungsarbeit am realen Objekt ausgeübt – die Verlegung des Goldfischteichs, Erd-, Beton- und Pflasterarbeiten sowie Fliesen legen. Eingebunden wurden aber auch die Tischler, Mechatroniker, Elektriker, Metaller und Maler – viele Schüler, Klassen und Schulformen arbeiteten im theoretischen und praktischen Unterricht Hand in Hand. „Und das Schöne daran ist, dass fast alles mit den entsprechenden Lehrplänen zusammen passt“, freuen sich Bianca Feyerabend und Judith Sperlich, die durch ihren Kollegen Jürgen Stöcker unterstützt wurden. Er behielt auf der Baustelle die Übersicht und brachte seine umfangreichen Erfahrungen ein.
Über 1500 Arbeitsstunden stecken im sanierten Solarhaus, das nun wesentlich größer und einladender ist und bald auch als Unterrichtsraum genutzt werden soll.
Da eine Seite des Hauses nahezu unverändert bleiben sollte, stellte sich der Umbau quasi als Operation am offenen Herzen dar. Die „behutsame Sanierung im Bestand“ brachte aber wie so oft kleinere und größere Probleme mit sich, die sich auch im Finanziellen niederschlugen. Doch immer wieder gelang es Herbert Heisterkamp, Sponsoren weitere Unterstützung zu entlocken. So erweiterte beispielsweise die Firma Konrad Fend, Inhaber Claus Fend, ihr Engagement von der Erweiterung der Fachwerk- und Dachkonstruktion auf die geschädigte Dachfläche aus, die sich beim Öffnen der Dämmung offenbarte. Hierfür bedankte sich der Fördervereinsvorsitzende bei dem Ehepaar Mechthild und Claus Fend mit einem Blumenstrauß und einem Präsent.
„In der Bilanz hat das Solarhaus nun einen Bauwert in Höhe von 35000 Euro“, berichtet Herbert Heisterkamp. „Ich möchte mit Nachdruck all jenen danken, die durch Geld- und Sachspenden oder Dienstleistungen dazu beigetragen haben, diese Vision Realität werden zu lassen.“

 


Hintergrund
„Die Geschichte des Bebraer Solarhauses reicht in das Jahr 1978 zurück, als in der Gesamtkonferenz die Montage eines Windrades auf dem Schuldach diskutiert wurde“, berichtet Wolfgang Haas, Schulleiter der Beruflichen Schulen Bebra. Diese wurde zwar zunächst nicht installiert, jedoch entstanden Mitte der 90er-Jahre eine Solartankstelle mit Nachführeinrichtung und ein selbstgebautes elektrisch unterstütztes Fahrrad. 1996 begann der Bau des Solarhauses. Die Fensterflächen wurden groß und schräg angeordnet, um die Sonnenwärme einzufangen. Als Herzstück wurde die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach installiert. Es kam ein Specksteinofen hinzu. Das Fachwerk wurde mit unterschiedlichen Materialien ausgemauert.
Die Nutzungsmöglichkeiten sind äußerst vielseitig: Von der Veranschaulichung von regenerativen Energieformen und ökologischen Bautechniken bis zur Nutzung als Klassenraum oder für Klassenfeiern reicht die Bandbreite. „Die Fachwerkkonstruktion kann in der Bautechnik genauso gezeigt werden wie in der Fachschule für Maschinentechnik“, erklärt Lehrerin Bianca Feyerabend. Hinzu kommt der große Nutzen, den die Schülerinnen und Schüler vor allem in der Bauphase durch den theoretischen und praktischen Unterricht am realen Projekt haben.

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